So prüfen Sie die Achsausrichtung an modernen Rennradrahmen

Die Achsausrichtung ist eines jener Details, über die die meisten Radfahrer erst nachdenken, wenn sich ungewöhnliches Fahrverhalten, schleifende Bremsen oder ungleichmäßige Reifenfreiheit bemerkbar machen. Moderne Rennradrahmen, insbesondere solche mit Scheibenbremsen und Steckachsen, benötigen sehr enge Toleranzen bei der Ausrichtung. Schon kleine Abweichungen können das Fahrgefühl und den Verschleiß der Komponenten beeinflussen. Die gute Nachricht: Die meisten Ausrichtungsprobleme lassen sich ohne professionelles Rahmenwerkzeug zu Hause überprüfen.

Zunächst schaffen Sie eine saubere Ausgangsbasis. Bauen Sie beide Laufräder aus, reinigen Sie die Ausfallenden und prüfen Sie die Achsaufnahmen. Schmutz, Farbreste oder Grate in den Ausfallenden können verhindern, dass die Achse vollständig sitzt, und so eine Fehlausrichtung vortäuschen. Bauen Sie die Laufräder vorsichtig wieder ein und ziehen Sie die Steckachsen mit dem vom Hersteller empfohlenen Drehmoment fest. Viele Ausrichtungsprobleme lassen sich bereits in diesem Schritt beheben.

Sobald die Laufräder montiert sind, achten Sie auf die Symmetrie statt auf genaue Maße. Stellen Sie sich hinter das Fahrrad und zentrieren Sie das Hinterrad optisch zwischen den Kettenstreben. Die Abstände auf beiden Seiten sollten gleichmäßig erscheinen. Wiederholen Sie dies von vorne und prüfen Sie den Abstand zwischen Reifen und Gabelbeinen. Perfekte Symmetrie ist aufgrund von Antriebsversätzen nicht immer möglich, aber deutliche Abweichungen sind ein Warnsignal, das genauer untersucht werden sollte.

Die Position der Bremsscheibe liefert einen weiteren nützlichen Hinweis. Drehen Sie jedes Rad und beobachten Sie, wo die Bremsscheibe im Bremssattel läuft. Wenn die Bremsscheibe auch nach der Ausrichtung des Bremssattels immer einen Bremsbelag bevorzugt, ist möglicherweise die Achse oder das Ausfallende nicht richtig ausgerichtet. Dies ist besonders aussagekräftig, wenn dasselbe Rad an einem anderen Fahrrad perfekt gerade läuft. Eine gleichmäßige Bremsscheibenabweichung deutet eher auf einen Fehler im Rahmen als im Rad hin.

Überprüfen Sie als Nächstes die Spur. Setzen Sie sich bei montierten Rädern von hinten auf das Fahrrad und richten Sie den Hinterreifen an Sitzrohr und Oberrohr aus. Betrachten Sie dann das Vorderrad relativ zu Unterrohr und Steuerrohr. Wenn Vorder- und Hinterrad nicht auf derselben Mittellinie zu liegen scheinen, könnte das Problem an der Ausrichtung des Ausfallendes oder, in seltenen Fällen, an einer Rahmenverwindung liegen. Diese visuelle Methode ist überraschend effektiv, wenn sie sorgfältig und bei guten Lichtverhältnissen durchgeführt wird.

Eine weitere einfache Methode ist der Radtausch. Wenn Sie zwei ähnliche Laufräder haben, montieren Sie dasselbe Laufrad an verschiedenen Positionen (vorne vs. hinten oder drehen Sie das Hinterrad um, falls der Antrieb dies zulässt). Wandert das Ausrichtungsproblem mit dem Laufrad, ist dieses die Ursache. Bleibt es an der Rahmenposition, ist wahrscheinlich die Achsenausrichtung die Ursache.

Achten Sie auf das Fahrverhalten unter Last. Eine Achsenfehlstellung äußert sich oft eher durch ungewöhnliche Fahreigenschaften als durch offensichtliche optische Mängel. Das Fahrrad fährt möglicherweise nicht so spurtreu, zieht leicht zur Seite oder fühlt sich in Kurven bei höheren Geschwindigkeiten instabil an. Diese Empfindungen sind subtil, aber konstant und bleiben oft auch nach einem Reifen- oder Laufradwechsel bestehen.

Es ist wichtig, die Grenzen von Selbstversuchen zu kennen. Moderne Carbonrahmen sollten nicht kaltverformt oder zu Hause mit Gewalt ausgerichtet werden. Wenn Sie ein anhaltendes Ausrichtungsproblem feststellen – insbesondere eines, das das Bremsen oder das Fahrverhalten beeinträchtigt –, ist es am sichersten, den Rahmen von einer Fachwerkstatt mit geeigneten Ausrichtungslehren überprüfen zu lassen. Viele Hersteller betrachten Achsenausrichtungsprobleme als Garantiefall, wenn sie frühzeitig erkannt werden.


Die Achsausrichtung zu überprüfen, bedeutet nicht, Perfektion anzustreben. Es geht darum, sicherzustellen, dass Ihre Räder dort sitzen, wo der Rahmenkonstrukteur es vorgesehen hat, damit Reifen, Bremsen und Fahrwerk optimal zusammenarbeiten. Ein paar sorgfältige Beobachtungen zu Hause können Probleme frühzeitig erkennen, stundenlangen Frust ersparen und dafür sorgen, dass sich Ihr Fahrrad auf der Straße so anfühlt, wie es sollte.